VON HEINZ-PETER FINKE
09. 11. 1997 (Quelle: LKZ)
So teuer wie der Eurofighter war noch nie ein Rüstungsprojekt der Bundeswehr. Verständlich also, daß auch kein Vorhaben so umstritten war. Sogar in der Koalition wollen nicht alle Abgeordneten für das rund 125 Millionen Mark teure Flugzeug stimmen, von dem 180 Stück angeschafft werden sollen. Trotzdem ist die Entscheidung des Bundeskabinetts richtig.
Das Jagdflugzeug ist sicherheitspolitisch sinnvoll und wirtschaftlich vernünftig. Auch nach den Veränderungen in Europa kann sich die Situation wieder ändern. Zudem gehört die militärische Sicherung des eigenen Luftraumes zu den existentiellen Aufgaben eines jeden Staates. Warum schafft die Schweiz sich eine amerikanische F-18 an? Warum baut Schweden sogar ein eigenes Jagdflugzeug? Deutschland hat aber nicht nur den eigenen Luft-raum zu schützen. Es hat als Zentralmacht in Europa eine über unsere Grenzen hinausgehende sicherheitspolitische Aufgabe, zu der der Eurofighter beitragen kann. Zudem hängt der Rang Deutschlands in der westlichen Allianz davon ab, daß es in Schlüsselbereichen der Rüstungsindustrie leistungsfähig bleibt.
Wenn also der Eurofighter militärisch und bündnispolitisch sinnvoll ist, dann wäre es unsinnig gewesen, ein Flugzeug im Ausland zu kaufen. Die heimische Industrie verspricht 18 000 Arbeitsplätze. Zudem fließen rund 70 Prozent der Kosten über Steuern und Abgaben wieder an den Staat zurück. Allerdings werden Bundeswehr und Industrie sich darauf einrichten müssen, daß der Eurofighter das letzte militärische Riesenprojekt sein wird. Für weitere fehlt das nötige Geld.
Zentralrechner von Politik, Wirtschaft und Militär einschleusen. Solche "Computer-Angriffe" könnten Teile der "Funktions- und Sozialsysteme" zusammenbrechen lassen.