SPD: Milliarden in zivile Flugzeugentwicklung stecken
24. 07. 1997 (Quelle: dpa)
In der SPD hält der Widerstand gegen die Beschaffung des Eurofighters an. Eine Gruppe von 48 Bundestagsabgeordneten um den Vorsitzenden des SPD-Umweltforums, Hermann Scheer, will im September einen Antrag vorlegen, der den Verzicht auf das Jagdflugzeug fordert. Statt dessen soll mit den dafür vorgesehenen Milliarden aus dem Bundeshaushalt die Entwicklung ökologischer Luftverkehrssysteme gefördert werden.
Mit dieser Neuorientierung der deutschen Luftfahrtindustrie wollen die SPD Politiker jene rund 18 000 Arbeitsplätze bei der Daimler-Benz-Aerospace (Dasa) langfristig sichern, die von Entwicklung und Produktion des Eurofighters abhängen. Der Bund hat bereits sieben Milliarden Mark für die Entwicklung des Projekts ausgegeben, für den Kauf der Flugzeuge sind rund 25 Milliarden Mark eingeplant.
Unter Hinweis auf die wachsender Umweltbelastungen durch die zivile Luftfahrt (600 Millionen Flugbuchungen pro Jahr) verlangen die SPD-Abgeordneten einen neuen "politischen Entwicklungsauftrag" an die Dasa. Es sollen dabei ein wasserstoffbetriebenes Verkehrsflugzeug und ein treibstoffsparendes Luftschiff für Fracht und Tourismusflüge entwickelt werden.