20. 01. 1996 (Quelle dpa)
Die vom Bundesverteidigungsministerium und der Industrie ausgehandelten günstigeren "Systempreise" für den "Eurofighter 2000" beruhen nach Berichten der Nachrichtenmagazine "Der Spiegel" und "Focus" auf Finanzierungstricks. Laut "Spiegel" wurde der Preis in Verhandlungen mit dem Rüstungskonzern Daimler-Benz Aerospace von mehr als 140 Millionen pro Flugzeug auf 125,4 Millionen Mark gedrückt. Darin seien Mehrwertsteuer und ein "Systemzuschlag" für Ersatzteile und Bodengeräte von rund 25 Millionen Mark enthalten, nicht aber die Kosten für Bewaffnung und der jährliche Inflationsausgleich.
Die Kostensenkung entstehe hauptsächlich dadurch, daß die Hardthöhe den ursprünglich von ihr selbst auf 40 Prozent festgesetzten "Systemzuschlag" willkürlich auf 25 Prozent verringert habe. "Focus" schreibt von einem trickreichen Finanzierungsmodell, mit dem die Rüstungsindustrie dem Bundestag den Kauf des Jagdflugzeuges erleichtern will. Die Industrie habe ihre Forderung für das laufende Jahr um fast 250 Millionen Mark gekürzt und begnüge sich mit "Überbrückungsgeldern" von gut 150 Millionen Mark. Die gesamten Anschaffungskosten für die 180 Kampfjets dürften "knapp 23 Milliarden Mark" betragen.