Allianz bei Militärflugzeugen

Deutschland, Frankreich, Italien sowie Spanien schließen sich zusammen - Die Briten bleiben draussen . Emac wird Lieferant des Eurofighter und des Airbus 400

15. 04. 2000 (Quelle: Nürnberger Nachrichten)


Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien werden ihre Militärflugzeuge künftig in einem gemeinsamen Unternehmen bauen.

Wie der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS und die italienische Alenia in Rom bekanntgaben, wird das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Arbeitsnamen Emac zunächst den Eurofighter und den neuen Militärtransporter Airbus 400 M bauen. Alenia und EADS halten je 50 Prozent an Emac.

Alenia hat außerdem die Option zum Einstieg bei Airbus. British Aerospace, das am Bau von Eurofighter und Airbus beteiligt ist, nimmt auch an dem Zusammenschluss der Kampfflugzeugsparte nicht teil. Die Briten wurden aber erneut eingeladen, später beizutreten.

Dasa-Aufsichtsratschef Manfred Bischoff und sein Alenia-Kollege Alberto Lina sprachen von einem großen Schritt für eine umfassende europäische Luftfahrt-Industrie. Beide betonten mit Blick auf London, man sei "völlig offen für weitere Partner". Der Aufsichtsratschef von Aerospatiale Matra, Jean-Luc Lagardere, sagte: "Die nächste Party feiern wir zusammen mit den Briten."

Das neue Unternehmen Emac vereinigt die Kampfflugzeug-Bereiche von Dasa, Casa und die gesamten militärischen und zivilen Aktivitäten von Alenia. Das Unternehmen hat 17 000 Mitarbeiter und einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro (fast fünf Milliarden Mark). Der französische EADS-Partner Aerospatiale Matra baut keine Kampfflugzeuge. Das Joint Venture soll die Nutzung der Ressourcen verbessern, Kosten sparen, und den Marktzugang erweitern.

Am Bau des Tornados und des neuen europäischen Jagdflugzeugs Eurofighter ist British Aerospace mit 37 Prozent beteiligt. Die Dasa hält bisher 30 Prozent, Alenia 19 und Casa 14 Prozent. Diese Anteile sollen zum Jahresende an das neue Gemeinschaftsunternehmen Emac übergehen. Alenia hat außerdem eine starke Stellung beim Bau von Militärtransport-Flugzeugen.

Die Nato will ab dem Jahr 2002 insgesamt 620 Eurofighter kaufen. Ein erstes Los über 148 Maschinen wurde bereits fest bestellt; weitere 60 Maschinen hat Griechenland für zehn Milliarden Mark bestellt.

In dem am Freitag unterzeichneten Vertrag bekam Alenia auch die Möglichkeit eingeräumt, fünf Prozent der Airbus-Anteile zu erwerben. Airbus gehört bisher zu 80 Prozent den drei EADS-Partnern und zu 20 Prozent der British Areospace. Außerdem wurde Alenia eingeladen, sich mit zehn Prozent an Entwicklung und Bau des Großraum-Airbus A3XX zu beteiligen. Dies sei mit den Briten abgesprochen. Lina sprach von einer "sehr interessanten Option".

Bischoff und Lagardere betonten, dass die Zusammenarbeit mit British Aerospace bei Airbus, Eurofighter, Ariane-Raketen und vielen anderen Projekten eng und erfolgreich sei. EADS sei bereits heute der zweitgrößte Luftfahrtkonzern nach Boeing und wolle "eines Tages die Nummer eins sein"



Created: 15.04.2000 Updated: 15.04.2000