08. 08. 1999 (Quelle: Der Spiegel)
Wie andere europäische Unternehmen auch sei die Dasa daran interessiert, sich an der Privatisierung der Alenia zu beteiligen, sagte ein Sprecher. Es würden Gespräche geführt, sie befänden sich jedoch in keinem konkreten Stadium.
Die "Welt" hatte zuvor unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, die Dasa wolle nach der Fusion mit der spanischen Casa auch die italienische Alenia an sich binden. Der DaimlerChrysler-Aufsichtsrat Peter Schönfelder wurde in der Zeitung mit den Worten zitiert, die Alenia sei an einer Luft- und Raumfahrtallianz als Dritte im Bunde willkommen. "Unser Ziel muss es sein, uns in Europa noch stärker zu machen, um sich dann, falls ein Schritt über den Atlantik erfolgen sollte, als Partner besser zu positionieren", sagte Schönfelder. Alenia und Dasa sind bereits seit längerem Partner im Eurofighter-Projekt. Gemeinschaftsprojekt: Eurofighter-Produktion Aus Branchenkreisen verlautete am Montag, die italienische Regierung strebe an, für die einzelnen Sparten der Alenia jeweils den besten Partner zu finden. Der Konzern gehört zum Staatsbetrieb Finmeccanica. Als interessantester Bereich für die Dasa wurde der Alenia-Militärflugzeugbau mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Mark genannt. Die Sparte wäre damit etwa halb so groß wie die der Dasa, die in dem Bereich im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden Mark umgesetzt hat.
Der zivile und regionale Flugzeugbau, bei dem Alenia Zulieferer des US-Konzerns Boeing sei, komme Insidern zufolge für Dasa nicht so sehr in Frage. In dem Bereich setze der italienische Konzern rund 1,2 Milliarden Mark um. Auf die Bereiche Helikopter, Raumfahrt und Verteidigungselektronik entfalle ein Umsatz von insgesamt 4,3 Milliarden Mark.