Scharping will 20 Milliarden Mark zusätzlich für Bundeswehr
08. 08. 1999 (Quelle: Yahoo)
Verteidigungsminister Rudolf Scharping hat 20 Milliarden Mark zusätzlich für die Bundeswehr in den nächsten zehn Jahren gefordert. Das Geld sei bislang nicht in der Planung der Verteidigungsausgaben vorgesehen, sagte der SPD-Politiker der «Bild am Sonntag». Er habe von seinem Vorgänger «eine Bundeswehr übernommen, bei der mit wenigen Ausnahmen wie Leopard 2 und Tornado alle Großgeräte veraltet sind und nur durch unwirtschaftlich überteuerte Maßnahmen erhalten werden können».
Die internationalen Einsätze von rund 10.000 Bundeswehrsoldaten seien zwar «zuverlässig und dauerhaft finanziert», versicherte Scharping. «Die internationale Verantwortung aber wird steigen. Dazu gehören hochwertige Ausrüstung, Aufklärung, Transport. Das ist mit den jetzt geplanten Zahlen nicht zu finanzieren.»
Bereits der Haushalt 2000 sei eine «sehr schwere Belastung für die Bundeswehr», sagte der Minister. Er habe eine Überprüfung der Bundeswehrplanung einschließlich der Rüstung angeordnet. «Wir führen in der gesamten Bundeswehr ein betriebswirtschaftliches Controlling ein und werden unsere Dienstleistungen künftig stärker den Nutzern in Rechnung stellen.»
Der Eurofighter stehe trotz des Sparzwangs aber nicht zur Debatte, versicherte Scharping. Das Flugzeug sei notwendig. «Ein Ausstieg wäre ohnehin teurer. Außerdem ist Vertragstreue ein hohes Gut.»