Bericht über Fusion von Dasa und Aerospatiale Matra

25. 07. 1999 (Quelle: Yahoo)


Daimler-Chrysler-Tochter lehnt Kommentar ab - Entscheidender Schritt zu europäischem Luftfahrtkonzern München (AP) Der Luftfahrtkonzern Dasa und die französische Aerospatiale Matra (Kurs - Nachrichten) wollen sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» zum weltweit zweitgrößten Unternehmen der Branche zusammenschließen. Der Fusionsplan liege bereits dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac zur Unterschrift vor, meldete das Blatt am Samstag. Ein Sprecher der Daimler-Chrysler-Tochter Dasa wollte den Bericht weder dementieren noch bestätigen. Auch in Paris war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

Die Fusion wäre ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Zusammenschluß der europäischen Luftfahrtindustrie, die beim Bau des Airbus und der Kampfflugzeuge Tornado und Eurofighter schon seit Jahren eng zusammenarbeitet. Die Fusion würde ein Unternehmen mit annähernd 23 Milliarden Euro Umsatz und damit das zweitgrößte nach Boeing entstehen lassen. Im Airbus-Konsortium hätte es mit 76 Prozent die klare Mehrheit gegenüber British Aerospace mit 20 Prozent.

Der «Spiegel» berichtete, Daimler-Chrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp und Aerospatiale-Matra-Aufsichtsratschef Jean Luc Legardere hätten das Zusammengehen ausgehandelt. Chirac müsse noch zustimmen, da der französische Staat knapp die Hälfte der Anteile an Aerospatiale Matra besitzt und ein Vetorecht hat. Ein Dasa-Sprecher sagte in München nur, in der Branche rede derzeit jeder mit jedem.

Die Fusion wäre die vierte in der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie in diesem Jahr. Nachdem British Aerospace der Dasa im Januar die kalte Schulter gezeigt und sich mit dem britischen Rüstungsunternehmen GEC Marconi zusammengeschlossen hatte, gingen im Februar Aerospatiale und Matra zusammen. Der französische Konzern kommt auf einen Umsatz von etwa zwölf Milliarden Euro. Im Juni kündigte die Dasa ihren Zusammenschluß mit der spanischen Casa an. Beide haben zusammen rund elf Milliarden Euro Umsatz. Dasa, Aerospatiale Matra und GEC-Marconi teilten schließlich Anfang Juli mit, daß sie ihre Raumfahrtaktivitäten in ein gemeinsames Unternehmen mit dem Namen Astrium einbringen werden.



Created: 25.07.1999 Updated: 27.07.1999